Eine kritische Auseinandersetzung mit Männlichkeit begann mit emanzipatorischen Ansätzen, die versuchten, das männliche Selbstverständnis neu zu definieren. Unter anderem bildeten sich im späten 20. Jahrhundert gesundheitspolitische Initiativen, die den Umgang von Männern mit ihrem eigenen Körper thematisierten – lange bevor der Begriff der „Männergesundheit“ akademisch etabliert war.
Der Vortrag zeichnet diese frühen Ideen und Bewegungen nach und fragt nach ihren Verbindungen zu heutigen Debatten über „toxische Männlichkeit“. Dabei wird auch kritisch beleuchtet, dass viele dieser Ansätze von einem strikten Gegensatz zwischen Männern und Frauen ausgingen. Dies konnte sowohl stereotype Vorstellungen über Männer fördern – etwa die Annahme, Männer seien „beratungsresistente Gesundheitsidioten“ – als auch Ausgrenzungen und transfeindliche Reaktionen begünstigen, wie sie der kleinen Männergesundheitsbewegung im 20. Jahrhundert immer wieder entgegengebracht wurden – auch von Teilen der Frauenbewegung.
Referent: Dr. Christoph Schwamm, Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät – Institut für Geschichte und Ethik der Medzin (IGEM)
Wann: Donnerstag, 26. November 2026, 16.00 – 17.30 Uhr
Wo: BLZ, Stuttgart-Degerloch, Jahnstraße 32
Im Rahmen der Mitgliederversammlung von
männer.bw | Forum Männer und Väter in Baden-Württemberg
maenner-bw.de




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